Öfter erreichen uns Fragen zur mangelnden Verfügbarkeit transparenter Keycaps in ISO-DE. Im Folgenden gehen wir auf die Gründe dafür näher ein.
Der Grund, warum es für praktisch jedes DE-Layout so schwierig ist, transparente Keycaps zu bekommen, liegt darin, dass es für die Produktion von „transluzentem“ Kunststoff derzeit nur zwei gängige Herstellungsverfahren gibt.
Zum einen gibt es günstige Keycaps, die im Kern aus transparentem Kunststoff bestehen, anschließend schwarz lackiert und schließlich für die Beschriftung ausgelasert werden. Diese neigen dazu, nach etwa einem halben Jahr Nutzung zu versagen, und sind bei billigen Keycaps, etwa denen von Razer, Logitech und ähnlichen Anbietern, für DE-Layouts zu finden.
Zum anderen gibt es „Double-Shot-Keycaps“, wie sie etwa NuPhy für ANSI-Keycaps verwendet. Dabei werden zwei Kunststoffschichten im Spritzgussverfahren miteinander kombiniert, sodass die Beschriftung aus einem separaten Material besteht und sich nicht abnutzen kann. Allerdings liegt die Mindestabnahmemenge (MOQ), um kostendeckend produzieren zu können, bei etwa 100.000 Sets pro Layout. Der Grund dafür ist, dass die Werkzeugkosten für die Formen über 30.000 EUR liegen und in der Regel mehrere Iterationen für Test- und Fehlerproduktionen erforderlich sind.
Der Grund, warum es also keine ISO-DE-Low-Profile-Keycaps aus transluzentem Double-Shot-Kunststoff gibt, ist, dass bislang kein Unternehmen in Deutschland kalkulieren konnte, allein in den deutschsprachigen Ländern 100.000 Sets abzusetzen. Wir haben das ebenfalls durchgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dies vorerst kein tragfähiges Geschäftsmodell ist – die Nachfrage ist schlicht nicht vorhanden.
Kurz gesagt: Solange kein sehr großes Unternehmen bereit ist, erhebliche Summen in DE-Keycaps zu investieren, wird es leider keine transluzenten Keycaps geben.